Öffentlichkeit / Studienjahr 2010-11

Pressemitteilung KSCV, WSC, VAC, WVAC

Pressemitteilung Studienjahr 2010-11
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PRESSEMITTEILUNG

der corpsstudentischen Verbände

KSCV, WSC, VAC, WVAC

 

27. Juli 2011

 

Studentische Corps ziehen positive Bilanz des Studienjahrs 2010/2011

 

Weltoffenheit und Toleranz: Zukunftsorientierte Ausrichtung beschert Mitgliederzuwachs

Die Verbände der Kösener und Weinheimer Corps, die den ältesten Typ studentischer Verbindungen in Mitteleuropa repräsentieren, ziehen im Juli 2011 eine positive Bilanz des abgelaufenen Studienjahrs. Mitgliederzuwächse um die 5 Prozent bei den studierenden Mitgliedern bestätigen das rund 200 Jahre alte Konzept der Corps, das auf Weltoffenheit und Toleranz basiert, so die einhellige Meinung der Verbandsvertreter.

 

Eine starke Gemeinschaft

 

„Die Corps sind offen für Studenten aus allen politischen Lagern, aus allen Herkunftsländern und aller Glaubensrichtungen. Bei uns zählen Charakter und Persönlichkeit. Wir verlangen Einsatzbereitschaft und bieten eine starke Gemeinschaft von studierenden und berufstätigen Akademikern. Das ist unser Erfolgsrezept für das 21. Jahrhundert“, so Prof. Dr. Hermann Rink, Vorsitzender des Altherrenverbandes der Kösener Corps (Verband Alter Corpsstudenten VAC e.V.), ein Akademikerverband mit über 13.000 Mitgliedern.

 

„Die Alten Herren der Corps fühlen sich ihren Universitäten ein Leben lang eng verbunden. Wir wollen deshalb unser Verhältnis zu den Hochschulen weiterhin intensiv pflegen. Die Hochschulen sollten ihrerseits das Potenzial der insgesamt rund 24.000 in den Corps organisierten Akademiker als Multiplikatoren künftig stärker nutzen“, so Rink.

Menschliche Gemeinschaften gestalten

 

Dr.-Ing. Klaus DeParade, Vorsitzender des Altherrenverbandes der Weinheimer Corps (Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten WVAC e.V.) sieht die Erfolge der Corps besonders im Umfeld des Bologna-Prozesses: „Die Corps kümmern sich um wichtige Aspekte der akademischen Ausbildung. Während heute an den deutschen Hochschulen durch die Bologna-Reform mit ihren Bachelor- und Master-Abschlüssen die schnelle Vermittlung von Sachwissen im Vordergrund steht, kümmern sich die Corps um die Ausbildung ihrer studentischen Mitglieder in den Fähigkeiten, mit Menschen umzugehen und menschliche Gemeinschaften zu gestalten.“

 

Das werde, so DeParade, von den Hochschulleitungen in sehr unterschiedlichem Ausmaß anerkannt. Hier müsse noch mehr Vertrauen aufgebaut werden.

Mehr junge Leute an den Hochschulen

 

Der Wirtschaftsstudent Matthias Stier aus Würzburg wird ab Sommer 2011 für ein Jahr dem Verband der aktiven Kösener Corps (Kösener Senioren-Convents-Verband KSCV) vorstehen. Er sieht die Corps für das kommende Wintersemester gut gerüstet: „In diesem Jahr kommen besonders viele Studenten an die Hochschulen. Die ersten G8-Jahrgänge an den Gymnasien in Bayern und Niedersachsen sowie der Wegfall der Wehrpflicht bringen die Abiturienten schneller ins Studium. Die Corps bieten preiswerten Wohnraum und Orientierung für Erstsemester, eine hilfreiche Ergänzung zum Angebot der Hochschulen.“

 

Stier geht fest davon aus, dass die teilweise immer noch tief sitzenden Vorurteile aus vergangenen Jahrhunderten überwunden werden können: „Corps sind jung und modern, weil hier junge Leute das Sagen haben. Ständig kommen neue Jahrgänge in die Corps, die die Ideen und Vorstellungen ihrer Zeit mitbringen und schon bald die Vorstandsposten besetzen. Sie alle profitieren von den Erfahrungen aus rund 200 Jahren, die bei uns von Generation zu Generation weitergetragen werden. Dass das funktioniert, sieht man an unserer langen Geschichte.“

 

Freundschaft ohne kulturelle Schranken

 

Jan Aurich studiert Geotechnik und Bergbau in Freiberg in Sachsen und übernimmt im Sommer 2011 den Vorsitz im Verband der aktiven Weinheimer Corps (Weinheimer Senioren-Convent WSC). Auch er ist sich sicher, dass die Corps die Erfolgsgeschichte fortsetzen können: „Die Globalisierung bringt es mit sich, dass die Zahl der Corpsstudenten von anderen Kontinenten und aus nicht-christlichen Glaubengemeinschaften ständig zunimmt. Die Corps gewinnen dadurch eine außergewöhnliche Vielfalt und schaffen lebenslange Freundschaften über kulturelle Schranken hinweg. Das macht die besondere Stärke der Corps aus.“

 

Aurich betont, dass gerade die jungen Corpsstudenten großen Wert auf die Feststellung legen, dass die Corps Studenten aus außereuropäischen Kulturkreisen und Glaubensgemeinschaften integrieren. „Wir beurteilen Menschen nicht nach Äußerlichkeiten, sondern nach charakterlichen Qualitäten. Dabei fordern und unterstützen wir uns gegenseitig.“

 

Corps sind eine besondere Form von Studentenverbindung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Baltikum und in Belgien, die über 200 Jahre alt ist und damit älter als alle anderen Formen von Studentenverbindungen. Studenten schließen sich in Corps zusammen, um ihr Studium gemeinsam zu gestalten, um zusammen zu feiern und ein Netzwerk lebenslanger Freundschaften aufzubauen.

 

Corps sind politisch neutral und folgen dem Toleranzprinzip. Das heißt, dass Nationalität, Herkunft und Religion, aber auch das Studienfach kein Kriterium bei der Aufnahme neuer Mitglieder darstellen. Auch beeinflussen die Corps ihre Mitglieder nicht hinsichtlich ihrer politischen, religiösen oder wissenschaftlichen Ausrichtung. Im Mittelpunkt des Corpslebens stehen die Verbindung der Mitglieder in lebenslanger Freundschaft, die Ausbildung von Charakter sowie die Stärkung von Persönlichkeit und Tatkraft.

 

Corpsstudenten tragen Farben („Couleur“) als Erkennungszeichen und pflegen die Tradition des studentischen Fechtens, die Bestimmungs-Mensur. Mehr Informationen unter (www.die-corps.de).