Von den Alten Herren / Törggelen in Südtirol 2011

Törggelen

Vor über 150 Jahren war das Törggelen ein beruflicher Erfahrungsaustausch unter den Weinbauern. Im Laufe der Zeit wurden diese Verkostungen in die heimeligen Stuben verlegt,  Nachbarn, Verwandte und Freunde eingeladen.

 

Heute gehören dazu Hauswürste, Schweinsrippen mit Kraut, Blutwürste, Speck- und Käsknödel, Schlutzkrapfen (mit Spinat und Topfen gefüllt), Keschtn (gebratene Kastanien), dazu Susser (Most) und Nuier (junger Wein), Vernatsch, Sylvaner, Gewürztraminer oder Lagrein.

 

Ursprünglich kam das Törggelen aus dem Eisacktal, was insofern verwundert, als dort nicht viel Wein produziert wurde. Also revanchierten sich die wenigen Bauern, die Wein anbauten bei den Bergbauern dafür, dass sie ihre Tiere auf den Weiden hielten, als Abschluss eines Tauschhandels. Bajuwarische Prälatenklöster produzierten im Mittelalter Messwein für deren Fässer sie Kastanienholz verwendeten. Aus den Früchten machte man Kestn und Fiseilnsuppen (mit Kastanien und Bohnen), die als Fastenspeise bekannt waren.

Erdpyramiden

"Wirf die Zeit nicht weg / Non sprecare il tuo Tempo" steht bei einer Skulptur aus Holz geschnitzt, die einen lebensgroßen Menschen darstellt, einen großen Stein in seinen Händen tragend. Dies scheint den unmittelbar angrenzenden Erdpyramiden in Percha gewidmet zu sein, die ebenfalls einen großen Stein tragen müssen, den sie dann verlieren, wenn sie in sich zusammenbrechen.

 

1882 kam es zu einem großen Unwetter und es bildete sich ein großer Graben. Durch wiederholtes Abschwemmen und Auswaschen der Seitenhänge blieben die lehmhaltigen Säulengebilde mit den darauf liegenden Steinen stehen. Diese Erdpyramiden verändern sich ständig, besonders im Winter und Frühling bilden sich immer wieder neue Säulen. Die Erosionszone liegt in einer Höhe von 1550 bis 1750 Metern und bildet das bedeutendste Erdpyramidenvorkommen des Pustertales. Um die Jahrhundertwende nannte man die ganze Erosionszone sogar "Maria Theresia", da ihre Umrisse von der Brunecker Seite her gesehen an das Bild der österreichischen Kaiserin erinnerten (heute ist durch den Waldwuchs diese Form allerdings verschwunden).

Schloss Bruneck

Messner Moutain Museum

 

Reinhold Messner ist 1944 in Südtirol geboren, hat als Felskletterer, Expeditionsbergsteiger, Pol- und Wüstendurchquerer immer wieder Tabus gebrochen. Vier Jahrzehnte lang hat er an den äußersten Rändern der Erde Erfahrungen gesammelt, die es ihm heute erlauben, eine Museumskette zum Thema Berg zu gestalten, das Messner Mountain Museum. Als seinen „15. Achttausender" bezeichnet Messner selbst dieses Projekt. Mit der bevorstehenden Eröffnung des fünften Sitzes von Schloss Bruneck vervollständigt Reinhold Messner sein Museumsprojekt. Jedes der fünf Museen verschreibt sich einem spezifischen Thema und ist in einen besonderen historischen und geografischen Kontext eingegliedert. „Das Messner Mountain Museum ist eine Begegnungsstätte mit dem Berg, mit der Menschheit und letztlich auch mit sich selbst".

 

Die 5 Museen

 

Firmian im Schloss Sigmundskron bei Bozen (Zentrum)

Ortles in Sulden (Gletscher, ewiges Eis)

Dolomites, auf dem Monte Rite südlich von Cortina (Fels, Alpinismus)

Juval auf Schloss Juval im Vinschgau (Mythos Berg)

Ripa im Schloss Bruneck (Bergvölker)

 

Messner Mountain Museum - RIPA

 

Die Restaurierungsarbeiten sind abgeschlossen und Schloss Bruneck hat im Sommer 2011 eröffnet: Es beherbergt nun das fünfte Messner Mountain Museum zum Thema Bergvölker. In diesem Haus behandelt Reinhold Messner nun auch den letzten Aspekt der Auseinandersetzung Berg - Mensch; das Erbe der Berge, die Menschen die seit jeher die Gebirge beleben. Anhand unzähliger Exponaten aus der Alltagskultur werden die Lebensweisen der wichtigsten Bergkulturen der Welt aufgezeigt.

 

Schloss Bruneck

 

Von welcher Seite man sich auch der Stadt nähern mag, immer erblickt man zuerst die schöne, große Bischofsburg, Schloss Bruneck. Sie liegt auf einem leicht zugänglichen Hügel über der Stadt und sieht auf die Häuser der Altstadt herab, als müsste sie noch immer über Leben und Sicherheit der Bürger wachen. Der Haupteingang in das Schloss ist das Südportal, das einst über die Zugbrücke erreicht wurde.